Sechs Shopware-News, die im Alltag zählen.
Neue B2B-Preise, KI-Assistenten und besser verbundene Abläufe: Shopware hat einige Themen auf dem Tisch, die unsere Arbeit direkt berühren. Ihr Nutzen entscheidet sich an den Abläufen eines bestehenden Shops. Stand: 3. Oktober 2026.

Das Oktober-Release ist verfügbar.
Shopware 6.7.15.0 ist seit dem 1. Oktober 2026 verfügbar. Das Release bringt eine neu geordnete Administration und erklärt Copilot Agentic für stabil. Besonders interessant für uns: Erweiterungen können eigene Werkzeuge über MCP bereitstellen, damit der Copilot sie ansprechen kann. Das setzt entsprechende Entwicklung voraus; ein vorhandenes Plugin wird dadurch nicht automatisch zum KI-Werkzeug. Auch stehen die beschriebenen kommerziellen Funktionen nicht pauschal in der Community Edition bereit. Die Release News vom 1. Oktober 2026 beschreiben die Änderungen und ihre Voraussetzungen.
Für unsere Plugin-Entwicklung ist das eine konkrete Anschlussstelle. Denkbar ist, dass eine Erweiterung eine bestehende Auswertung auf Anfrage liefert, statt dass jemand dafür mehrere Ansichten durchklickt. Für schreibende Funktionen müssen Rechte, Rückfragen und Fehlermeldungen genauso sorgfältig gestaltet sein wie die normale Bedienung. Vor einem Update empfehlen wir deshalb, mit den Mitarbeitenden zu prüfen, welche Wege durch die Administration tatsächlich kürzer werden. Ein neues Bedienkonzept muss sich an ihrer Arbeit bewähren.
Die überarbeitete Administration und den Dark Mode behandeln wir ausführlicher in unserem Beitrag zu Shopware 6.7.15.0.
Individuelle B2B-Preise brauchen eine eindeutige Quelle.
Mit Individual Pricing lassen sich Preise nach Kunden oder Organisationen sowie nach Regeln, Prioritäten und Gültigkeit steuern. Dazu gehören feste Preise, Rabatte und Mengenstaffeln. Shopwares Feature Focus vom 1. April 2026 nennt dafür mindestens Shopware 6.7.8.0, den Evolve-Plan und passende B2B-Komponenten; die Organisationseinheiten müssen im Mitarbeitermanagement aktiv sein. Eine im Beitrag diskutierte künftige Anbindung an ERP-Preisdaten würden wir noch nicht als vorhandene Leistung einplanen.
Der erste Termin dazu gehört für uns mit Einkauf, Vertrieb und den Verantwortlichen für die Warenwirtschaft an einen Tisch. Wenn vereinbarte Preise bereits im ERP gepflegt werden, darf im Shop keine zweite Wahrheit entstehen. Spannend wird es bei überlappenden Regeln: Welcher Preis gilt für einen Kunden, der sowohl einen Rahmenvertrag als auch eine Mengenstaffel hat? Solche Fälle würden wir vor dem Ausbau durchspielen und gemeinsam dokumentieren. Dann kann das Team später auch erklären, warum der Shop einen bestimmten Preis zeigt.
Datenqualität zeigt sich am einzelnen Artikel.
Veraltete Bestände und widersprüchliche Preise machen einen B2B-Shop mühsam, auch wenn die Oberfläche gut aussieht. Shopware beschreibt in Teil fünf des B2B-Kompasses vom 14. Juli 2026 aktuelle, konsistente Daten und klare Zuständigkeiten als Grundlage für verlässlichen Handel. Das betrifft ebenso Vertragsregeln und Produktinformationen. Für uns ist daran besonders relevant, dass Datenpflege als betriebliche Aufgabe behandelt wird und nicht beim Einbau einer Schnittstelle endet.
Bei einem Chemiehandel wie JOQORA reicht ein Produktname mit Bild kaum aus. Stoff, Spezifikation, Gebinde und die zugehörigen Dokumente müssen am richtigen Artikel zusammenkommen. Deshalb würden wir eine Datenanbindung vom Einkauf her prüfen: Findet jemand die passende Ausführung, versteht die Einheit und bekommt die benötigten Unterlagen? Eine schnelle Übertragung hilft wenig, wenn die Zuordnung falsch ist. Zur Übergabe gehört für uns auch, dass Mitarbeitende wissen, wo sie einen Fehler korrigieren und wer für die jeweilige Information zuständig ist.
Der Auftrag hört am Checkout nicht auf.
Unter Commerce Orchestration versteht Shopware die abgestimmte Arbeit zwischen Shop, ERP, Produktdaten und weiteren Systemen. Der Beitrag vom 17. Juli 2026 beschreibt dafür Ereignisse, Regeln und Schnittstellen; auch der Flow Builder spielt eine Rolle. Für Shopbetreiber wird das Thema greifbar, sobald eine Bestellung mehrere Stationen durchläuft. Ein Auftrag muss angenommen, bezahlt, vorbereitet und verschickt werden, und nicht jeder Durchlauf folgt dem vorgesehenen Weg.
Bei 1001Frucht gehörte die Einführung des Pickware-Systems zum Projekt. Rechnungsdruck war darin ein Teil einer größeren Verbindung zwischen Shop und Lagerarbeit. Genau diesen Blick brauchen wir auch bei neuen Abläufen: Was passiert bei fehlendem Bestand, einer unterbrochenen Übertragung oder einer geänderten Bestellung? Wir würden zunächst einen vollständigen Auftrag mit dem Team durchgehen und die Ausnahmen festhalten. Daraus ergibt sich, welche Schritte automatisiert werden können und wo jemand bewusst entscheiden soll. Ein zusätzliches System wäre erst dann sinnvoll, wenn die vorhandenen Werkzeuge diese Aufgabe nicht sauber tragen.
KI darf mit einer überschaubaren Aufgabe anfangen.
Shopwares B2B-Kompass vom 16. September 2026 schlägt vor, Agentic Commerce schrittweise einzuführen. Zunächst sollen Prozesse und Regeln verlässlich sein; danach können Assistenten Vorschläge vorbereiten, bevor begrenzte Aufgaben eigenständig ausgeführt werden. Die dort beschriebenen Zeiträume lesen wir als Orientierung, nicht als Terminplan für jedes Unternehmen. Entscheidend sind nachvollziehbare Aktionen, passende Rechte und ein klarer Weg zurück zu einem Menschen.
Für einen Shop empfehlen wir eine Aufgabe, deren Ergebnis sich gut prüfen lässt. Ein Assistent könnte beispielsweise fehlende Produktangaben zusammenstellen und einen Entwurf zur Ergänzung vorlegen. Das Team entscheidet, welche Angaben stimmen und veröffentlicht werden dürfen. Weitere Befugnisse kommen erst infrage, wenn dieser Ablauf verlässlich funktioniert. Dabei muss sich auch zeigen, ob weniger Arbeit entsteht: Wer ständig Vorschläge nachbessert, hat durch die neue Funktion noch nichts gewonnen. Diese Rückmeldung gehört aus unserer Sicht direkt in die Weiterentwicklung.
GEO braucht belastbare Produktinformationen.
Stefan Hamann beschreibt in seinem Ausblick auf KI-Agenten vom 30. Dezember 2025 einen Handel, in dem Agenten Produkte finden, vergleichen und über Schnittstellen kaufen. Der ältere Beitrag passt in diese Auswahl, weil er die Richtung hinter vielen neueren Meldungen erklärt. Hamanns Prognose, wie stark sich Suche und Einkauf verändern werden, bleibt eine Prognose. Daraus würden wir weder das Ende klassischer Suchmaschinen noch den Verzicht auf eine gute Shop-Oberfläche ableiten.
Unsere Empfehlung ist, SEO und GEO gemeinsam an den tatsächlichen Fragen zum Sortiment auszurichten. Klare Produktbezeichnungen, vollständige Eigenschaften und widerspruchsfreie Angaben helfen beim Vergleichen; strukturierte Daten können diese Informationen zusätzlich maschinenlesbar auszeichnen. Eine Erwähnung durch ein KI-System lässt sich damit nicht garantieren. Der Shop muss außerdem liefern, was die Beschreibung verspricht: den richtigen Preis, eine verständliche Verfügbarkeit und einen funktionierenden Kauf. Für uns führt die Auswahl dieser sechs Beiträge deshalb zurück zur Arbeit am bestehenden Geschäft. Neue Funktionen sind dann interessant, wenn sie Kunden und Mitarbeitenden einen konkreten Schritt erleichtern.
Quellen
- Shopware 6 Release News: Die neuen Features im Oktober 2026
Anna Nordhoff · Shopware · 01.10.2026 - Feature Focus: Individual Pricing – individuelle B2B-Preise effizient und skalierbar steuern
Anna Nordhoff · Shopware · 01.04.2026 - B2B E-Commerce Kompass 2026 (Teil 5/7): Warum Echtzeitdaten die Grundlage für vertrauenswürdigen E-Commerce sind
Shopware · Shopware · 14.07.2026 - Commerce Orchestration: So steuerst du komplexe Systemlandschaften
Shopware · Shopware · 17.07.2026 - B2B Ecommerce Compass 2026 (Teil 7/7): Warum Agentic Commerce über einen kontrollierten Reifegradpfad einführen?
Shopware · Shopware · 16.09.2026 - Software hat die Welt erobert – jetzt erobern Agenten den E-Commerce
Stefan Hamann · Shopware · 30.12.2025


